Transgender
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Der Begriff Transgender kam Mitte der neunziger Jahre auf, um Leute, die das Geschlecht wechseln, indem sie ihre Körper verändern (transsexuell), von denjenigen zu unterscheiden, die durch ihre Kleidung, ihr Verhalten und ihre Partnersuche Geschlechternormen überschreiten (transgender).
Innerhalb weniger Jahre wurde der Begriff "transgender" bald auf alle Menschen angewendet, die Geschlechtergrenzen überschritten.
Riki Wilchins schreibt dazu in ihrem Buch "Gender Theory - Eine Einführung" auf Seite 41:
Es gibt (meiner eigenen vereinfachten Binarität zufolge) jedoch eine starke und eine schwache Version [...].
Gemäß der starken Version ist praktisch jede/r eingeschlossen, weil ja fast jede Person irgendwann in
ihrem Leben gegen enge Geschlechterrollen verstößt.
Der schwachen Version zufolge umschließt Transgender nicht nur Transsexuelle und Crossdresser,
sondern auch Butches/Femmes, "aggressive" Frauen, Drag Queens und Drag Kings, feminine Schwule,
Intersexuelle und so fort. Dahinter steht die Idee, dass alle Menschen, die sichtbar queer sind,
mit alltäglichen politischen Problemen konfrontiert und somit Verbündete sind.
Dagegen gibt es viele Einwände. Zum einen nehmen sich Untergruppen wie Drag Queens, Drag Kings,
feminine schwule Männer uns Mannweiber selbst nicht als politische Minderheiten wahr. Sie sind meist
schlecht organisiert und politisch unterrepräsentiert. Zweitens schämen sich viele Menschen noch immer,
Gender-Grenzen zu überschreiten und betrachten das nicht als etwas, auf das sie Anspruch erheben sollen,
insbesondere nicht als Basis ihrer Identität. [...] Es ist schwer, Leute für eine Sache zu gewinnen, wenn sie
sich schämen, damit in Verbindung gebracht zu werden.
Offensichtlich verstehen die meisten Leute das Recht auf Äußerung der Geschlechtsidentität immer noch
nicht als legitimes Bürgerrecht wie sexuelle Orientierung, Herkunft oder Sex.

